Nagellack und was drin ist

Für ein gepflegtes Auftreten sind schöne Nägel heute für eine Frau genauso wichtig, wie ihre Frisur und ihr Make-up. Wer nicht regelmäßig in ein Nagelstudio gehen möchte, der wird sicherlich über die Jahre eine beträchtliche Anzahl verschiedener Farben und Hersteller ansammeln. Die Möglichkeiten sind ja auch riesig: Glänzend, matt, glitzernd, zweifarbig, als Gel oder holografisch. Die Auswahl an Nagellack ist so groß und die bunten kleinen Fläschchen sehen so hübsch und harmlos aus. Da vergisst man leicht, sich zu fragen was eigentlich drin steckt in den Rezepturen.

Welche chemischen Stoffe tragen wir da eigentlich regelmäßig und möglichst dauerhaft auf unsere Nägel auf? Alter Nagellack darf auch nicht einfach in die Mülltonne, sondern soll an Sammelstellen/Recyclinghöfen abgegeben werden. Das klingt schon nicht mehr so harmlos. Neuere Studien haben gezeigt, dass Nagellack Chemikalien enthalten kann, die sogar in den Körper gelangen. Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind dabei noch gar nicht endgültig erforscht.

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Woher kommen die farbigen Nägel?

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Schon 3000 vor Christi wurde in China Nagelfarbe benutzt. Damals noch ganz biologisch aus Bienenwachs, Eiweiß, Gelatine und pflanzlichen Farbstoffen. Seit damals hat sich die Liste an Inhaltsstoffen allerdings deutlich verändert und eine ganze Reihe wenig vertrauenswürdiger Chemikalien bewirkt nun eine lange Haltbarkeit, Glanz oder andere wünschenswerte Eigenschaften.

Nicht nur auf den Nägeln

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Wenn du deine Nägel lackierst, gehst du natürlich davon aus, dass die Farbe da bleibt, wo du sie aufgetragen hast, nämlich außen auf den Nägeln. Schließlich kommt der Lack nicht direkt auf die Haut. Was aber, wenn Stoffe trotzdem in deinen Körper gelangen? Eine beunruhigende Vorstellung. Allzu natürlich sehen die farbenfrohen Mixturen ja meistens nicht mehr aus.

Triphenylphosphat (TPHP)in vielen Lacken enthalten

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In einer Studie, die 2015 an der Duke Universität durchgeführt wurde, sind Chemikalien in Nagellack untersucht worden. Auch bekannte Marken, wie OPI, Sally Hansen und Wet N Wild wurden getestet. Dabei zeigte sich, dass Triphenylphosphat (TPHP) in den Körper eindringen kann. Diese Chemikalie bewirkt in Nagellack eine längere Haltbarkeit und weniger Absplittern.

Was bewirkt TPHP?

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In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass TPHP Störungen im Hormonsystem verursacht und dadurch zu Fortpflanzungsproblemen führt. Außerdem wird die Bildung gesunder Zellen behindert. Hinweise häufen sich, dass TPHP auch für den Menschen gesundheitsschädlich ist. In der oben erwähnten Studie wurde TPHP 10–14 Stunden nach dem Lackieren der Nägel im menschlichen Körper nachgewiesen. Dabei war der Wert des Abbauproduktes von TPHP um das siebenfache erhöht.

Weitere schädliche Stoffe: Formaldehyd

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Es gibt eine ganze Reihe von Chemikalien, die du bei der Auswahl deines Nagellacks meiden solltest. Du kennst den typischen Geruch von Nagellack? Der geht auf den Stoff Formaldehyd zurück. Formaldehyd wird als Konservierungsmittel eingesetzt und erhöht die Widerstandsfähigkeit. Es ist aber schon lange bekannt, dass Formaldehyd Krebs fördern, Allergien auslösen und die Atemwege reizen kann.

Toluol und Dibutylphthalat (DBP)

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Toluol wird in Nagellack und Nagellackentfernern verwendet und macht den Lack geschmeidig und glänzend. Da Toluol besonders für schwangere Frauen schädlich ist und Krebs begünstigt, wurde die Verwendung in Europa beschränkt. Dibutylphthalat verlängert die Haltbarkeit des Nagellacks. Phthalate sind ebenfalls für schwangere Frauen gefährlich und wirken hormonell. In Tierversuchen wurden Leberschäden und Fruchtbarkeitsstörungen nachgewiesen.

Worauf du achten solltest

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TPHP kann verschieden deklariert werden. Einige mögliche Bezeichnungen: Phosphoric acid, Triphenyl ester, Celluflex TPP, Disflamoll TP, Phosphlex TPP, Reolube TPP; Reomol TPP, TPP, Triphenyl phosphate. Formaldehyd Formaldehydabspalter können mit folgenden Bezeichnungen deklariert werden: DMDM Hydantoin, Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea, Bronopol, Quaternium-15, Sodium Hydroxymethylglycinate, Methenamine, 2-Bromo-2-nitropropane-1,3-diol, 2,4-Imiazolidinedione und 5-Bromo-5-nitro-1,3-dioxane.

Gesündere Alternativen

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Wenn du jetzt darüber nachdenkst, deine Nägel unlackiert zu lassen, um kein Risiko einzugehen, dann kann ich dir sagen, dass das nicht die Lösung sein muss. Es gibt durchaus Hersteller, die auf giftige Inhaltsstoffe weitestgehend verzichten. Sogenannte „3-Free" Nagellacke verzichten auf Formaldehyd, Phtalate und Toluol. Eine „Free"-Deklaration heißt allerdings nicht, dass gar keine schädlichen Inhaltsstoffe vorhanden sind.

Was ist mit Naturkosmetik?

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Nein, auch die Lacke der Naturkosmetikhersteller sind nicht generell frei von bedenklichen Stoffen. Daher sind auch deren Lacke meist nicht als Naturkosmetik deklariert. Positiv zu erwähnen sind aber zum Beispiel Sante Nagellacke, Logona Natural Nail Polish (als Naturkosmetik zertifiziert) oder Benecos Happy Nails. Allerdings muss man für diese Produkte deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Die Verantwortung liegt bei dir

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Auch wenn es mühsam ist, solltest du dir die Zeit nehmen und die Liste der Inhaltsstoffe lesen. Vielleicht muss es ja auf den Nägeln nicht unbedingt schillern und glitzern. Dann stehen dir einige weniger ungesunde Alternativen offen. Auch, wenn du ein Nagelstudio besuchst, kannst du deinen eigenen Lack mitbringen und auf Nummer sicher gehen.

Teile diesen Artikel, damit mehr Frauen Bescheid wissen und ungesunde Lacke aus den Regalen verschwinden.

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